Artikel #10

Das beste aus

Beiden Welten!

warum zwischen altem Wissen & neuer Zeit kein “ODER”, sondern ein “UND” steht.

Ein Himmel voller Diamanten, Tierlaute in der Dunkelheit, ein Sonnenaufgang wie der Herzschlag der Erde, ich selbst so nah bei mir wie noch nie – vor einigen Jahren bin ich das erste Mal in der Wildnis Afrikas gelandet, und zwar nicht in einer komfortablen Lodge, sondern in einem Zelt, ohne Strom, Wasser und Toilette, mitten im Busch. Nachts haben Elefanten über meinem Zelt gegessen, Hyänen an der Glut des Feuers nach Essensresten gesucht, Löwen beim ersten Morgenlicht Zebras gerissen, und bei meiner nächtlichen Gang aufs Klo war der Stirnlampencheck auf der Suche nach reflektierenden Augen im Schwarzen Dickicht ein muss. Sollte ich doch welche entdecken, so wurde ich in der ersten Nacht mit den Worten „Whatever you do, don’t run“ instruiert, denn:

ANDERS ALS IN DER „MODERNEN“WELT, WO ALLE DURCH DIE GEGEN HETZEN, LÄUFT HIER IM BUSCH LÄUFT NUR DIE BEUTE!

Das Leben im Busch ist ein Alltag, den wir uns in unserer modernen, technologischen und sogenannten „zivilisierten“ Welt kaum vorstellen können,- mir ging es damit ähnlich, denn bis zu diesem Punkt war mein Leben vor allem von Leistung, Schnelligkeit, Performance und Erfolg, geschaffen in geschlossenen Räumen geprägt, und doch war dieser wundersamen Zeit ohne all dem mir bekannten „Lebensstil“ in der Wildnis Afrikas vor allem von einem Gefühl geprägt: Heimkommen! Heute weiß ich, dass war kein Zufall, denn Afrika gilt als die Wiege der Menschheit und ist damit die Wurzel von uns alles. Aber was uns ihre ursprüngliche Natur spiegelt, ist nicht nur unsere Verbundenheit dazu, sondern auch den Schmerz darüber, wie sehr sie uns verloren gegangen ist.

DIE WILDNIS IST EIN SPIEGEL UNSERER SEELE, DIE UNS JENE FRAGEN STELLT, DIE WIR UNS SELBST NICHT ERLAUBEN!

Als ich damals von dieser Reise zurück in die Stadt gekommen bin,- daran erinnre ich mich nur zu gut,- hatte ich das fast erschlagende Gefühl, sofort auswandern zu müssen, weil ich die „moderne“ Stadt im Vergleich zur Wildnis kaum noch aushielt. Was ich an diesem Punkt noch nicht zuordnen konnte, sehe ich heute sehr klar: Egal, wie modern wir sind, die Wildnis ist ein Spiegel von uns selbst, also dem Ort in unserer eigenen Natur, von dem aus alles möglich ist, wenn wir ihn frei wachsen lassen; nur das wir das, obwohl wir die Generation der Möglichkeiten sind, kaum noch tun. Stattdessen „stutzen“ wir uns zurecht, pressen unsere Talente, Fähigkeiten und Freuden in Formen, „Funktionieren“ im Alltag, und Berauben uns damit der Fülle des Lebens, also genau jenem Teil, der an den wilden Orten der Erde noch spürbar wird. Letztendlich fehlt uns nicht „nur“ die Natur, sondern wir fehlen uns selbst! Und so wurde auch für mich, meine äußere Reise nach Afrika, zur ersten Etappe einer inneren Reise, die noch viel länger dauern sollte, und die ich in meinem Buch „You are Nature“ teile; nämlich die Reise zurück zur Verbindung mit der – eigenen – Natur.

REWILD YOURSELF IST DIE ANTWORT, DIE ICH FÜR MICH GEFUNDEN HABE. UND ICH HALTE ES FÜR DIE EHRLICHE, ALS NUR „DIE NATUR RETTEN“ ZU WOLLEN.

Naturverbundenheit und in der Stadt wohnen? Modern sein, und altem Wissen folgen? Wie geht sich das aus? Das ist eine Frage, mit der ich seither immer wieder konfrontiert werden, und das kann ich auch verstehen: Ich bin nicht nach Afrika ausgewandert, ich wohne in der Stadt, ich arbeite mit Digitalen Medien, ich habe ein Auto … und wenn man mich ansieht, erkennt man vermutlich nicht mal annähernd, wie Naturverbunden ich bin, dass ich Wissen alter Indigener Kulturen in mir trage, oder Rituale für die Erde mache, und das ist auch total okay so. Ich bin eine moderne Frau und tue nicht so, als wäre es anders. Ich verschließe nicht die Augen davor, dass sich die Welt vorwärts dreht und ich glaube noch weniger, dass wir wieder wie die Urvölker leben werden – das ist auch gar nicht notwendig, denn das eine schließt das andere nicht aus!

DIE WELT IST NICHT SCHWARZ-WEIß; ZWISCHEN ALT UND NEU STEHT KEIN ODER, SONDERN EIN UND!

Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es viel Wesentlicher, die Natur dort wieder wachsen zu lassen, wo wir gerade im Leben stehen, überhaupt damit beginnen, und aufhören zu denken, das eine wäre nur ohne das andere möglich. Hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt zu fliegen, wäre ich nie in Afrika gelandet, ich hätte mein Buch nicht geschrieben, wäre nie über das alte Wissen der indigenen Kulturen gestoßen, hätte selbst meine Ausbildungen machen können, und könnte heute nicht auf meine ganz individuelle Art dazu beitragen, dass es in unserer modernen Welt wieder wächst. „Es ist leicht in der Wildnis mit der Natur verbunden zu sein“, sage ich immer, „aber es ist schwere Arbeit sie von dem Ort, wo man selbst im Leben geradesteht, wieder wachsen zu lassen“, und dennoch gilt es, sie genau dort wieder zu tun: Denn, wo sie am Wenigsten vorhanden ist, wird sie am meisten gebraucht.

WIE REICH WÄHREN WIR WOHL, WENN WIR ALTES MIT NEUEM WISSEN VERBINDEN WÜRDEN?

Wie reich wären wir, wenn wir unser Wachstum nicht nur als Haben, sondern auch als Sein sehen würden? Wie reich wären wir, wenn wir die Errungenschaften der Zeit, all die Technologien und Möglichkeiten dazu nutzen würden, um im Einklang mit dem Planeten zu leben? Was würden wir wohl alles erschaffen, wenn wir aufhören würden, nur zu nehmen und stattdessen etwas von unserem inneren Reichtum zurückgeben?“ steht im letzten Kapitel meines Buches geschrieben. „Wäre das nicht genau die Welt, die wir uns eigentlich wünschen?“

WIE WIRST DU DAS NÄCHSTE MAL IM WALD SPAZIEREN GEHEN?

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und mich bei meiner Mission begleitest, ein neues Bewusstsein für die – eigenen – Natur zu schaffen.

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